Bangkok … das pulsierende Herz Thailands

Tag 1 & 2

Bangkok. Was diese Stadt betrifft, gehen die Meinungen wohl auseinander. Zum Feiern und Leute in Hostels kennen lernen ist sie wohl perfekt. Haben wir gehört. Diese Stadt kann einen aber auch erst mal erschlagen, vor allem wenn man, wie wir, noch nie ein asiatisches Land besucht hat. Gleichzeitig ist Bangkok natürlich sehr touristenfreundlich und gut strukturiert, von hier lassen sich viele Ausflugmöglichkeiten buchen und es ist der perfekte Startort, nicht nur um Thailand zu erkunden sondern auch um die Nachbarländer wie Kambodscha oder Laos zu bereisen, welche nicht immer so gute Fluganbindungen besitzen. Ich habe wahrscheinlich eine voreingenommene Meinung gegenüber Bangkok, ich bin definitiv kein Großstadtmensch. Unberührte Natur und weniger Zivilisation ist mir immer lieber, große Menschenansammlungen finde ich etwas anstrengend (wenigstens konnte ich in Thailand, trotz meiner kleinen Statur immer den Überblick behalten :D).Ein Flug nach Bangkok ist kostengünstig zu buchen, täglich fliegen verschiedenen Airlines von fast allen Flughäfen Deutschlands dorthin. Preislich liegen die Flüge zwischen 400€-700€, wie immer gilt je früher man bucht, desto besser. Wir sind 2016 im Oktober für 500€ 14 Stunden mit Ethiad Airways geflogen und hatten einen 3-stündigen Zwischenstopp in Abu Dhabi. Abu Dhabi hat den wohl kältesten Flughafen der Welt, ironisch wenn man bedenkt, dass die Stadt wie auch der Flughafen mitten in der Wüste liegt. Im Nachhinein haben wir bereut, keinen Direktflug gebucht zu haben, da diese doch deutlich schneller und stressfreier sind. Man sollte sich immer fragen wie viel Zeit man hat und was einem diese Zeitersparnis wert ist. Denn wie wir bald festgestellt haben, sind drei Wochen leider viel zu kurz, vor allem wenn mal nicht alles nach Plan läuft. Am Flughafen Suvarnabhumi International Airport hat uns erst mal die extreme Hitze, gepaart mit einer hohen Luftfeuchtigkeit erschlagen. Da alle Flughafenräume immer stark klimatisiert sind, hat uns das natürlich um so heftiger getroffen. „Endlich mal nicht frieren“, dachte ich, da ich in Deutschland immer am frösteln bin und war froh über die Wärme, die in meine Glieder fuhr sowie den verlängerten Sommer. Max hat wohl direkt das schwitzen angefangen. Der Oktober zählt zudem noch zu den schwüleren Monsunmonaten, gerade im September und im Oktober kann es noch zu heftigen Niederschlägen und Überschwemmungen kommen. Davon haben wir jedoch sehr wenig mitbekommen, es war fast immer trocken und hat nur stundenweise geregnet, meist in der Nacht. Ich bin im Nachhinein ganz froh, nicht in der Haupttouristenzeit zwischen November und Februar gereist zu sein, zum einen wegen der Preise und zum anderen wegen der Touristenmassen, die sonst durch das Land ziehen.

Unsere erste Aufgabe war ein Taxi zu finden, welches uns in die Bangkoker Innenstadt, genauer gesagt in das Viertel Sukhumvit, dem Geschäftsviertel Bangkoks, brachte. Am Flughafen kann man aber nicht einfach ein Taxi wählen oder zu einem hinlaufen, nein, man zieht eine Nummer. Dann, eventuell, wird man zu einem Taxi gebracht, hier erst nennt man die Ziele (in unserem Fall zwei, wir taten uns mit einem anderen deutschen Pärchen zusammen), worauf hin auf Thai eine Diskussion zwischen dem Taxifahrer und dem Taxibringer ausbricht, es wird versucht die vier Rucksäcke in einen viel zu kleinen Kofferraum unter zu bringen, dann wird man zu einem anderen, größeren Taxi verfrachtet, selbe Diskussion, um schlussendlich wieder bei einem kleineren Taxi, dafür mit grimmigerem Fahrer, zu landen. Wir stellten bald fest, dass unser Viertel wohl nicht so begehrt war was die Fahrt anging und sollten uns wahrscheinlich schämen nicht in der Khao San Road geschlafen zu haben, wie es doch jeder Backpacker zu tun hat. Die Fahrt dauerte sehr lange (um die zwei Stunden), vor allem wenn man bedenkt, dass nur 34 km zwischen dem Flughafen und unserem Hotel lagen. Die Straßen waren einfach proppenvoll und zudem schien unser Fahrer nie auf den Hauptwegen zu fahren, sondern kleine Nebengassen entlang, in Sichtweite des Hauptweges. Damals wusste ich noch nicht genau warum, jetzt weiß ich, es liegt an der Maut der Schnellstraße.

Sukhumvit wird von der Sukhumvit Road durchzogen, einer der bedeutendsten Straßen Bangkoks und einer der wichtigsten Fernstraßen. Das Viertel liegt südlich und ist etwas von der Altstadt Bangkoks, Rattanakosin, entfernt. Unser Hotel war zudem in einer Hintergasse gelegen (direkt neben einem etwas zwielichtigen Massagesalon). Die Dame an der Rezeption war genervt und mäßig gelaunt, es wurde der Schlüssel in die Hand gedrückt, auf die Suche nach unserem Zimmer durften wir uns dann selber machen. Das Zimmer war in Ordnung (aber ohne Fenster), morgens waren laute Hunde unterwegs und abends Motorradfahrer (was komisch war, da das Hotel in einer Sackgasse lag). Wir verbrachten zwei Nächte in dem Hotel, noch einmal würde ich hier jedoch nicht schlafen. Unser Hotel war inklusive Frühstück, welches wir am ersten Tag aus unerfindlichen Gründen jedoch weg ließen, wir wollten uns auf die Suche nach richtigem Thaifrühstück machen. Das war eindeutig keine gute Idee. Schon am Abend zuvor waren wir unsicher, was und wo wir essen sollten. Waren diese Food-Stände an den Straßen nun sicher? Verlockend sahen sie irgendwie nicht so aus. Es war wohl alles zu neu und zu viel und zudem schon 10 Uhr abends, weswegen wir doch tatsächlich an unserem ersten Abend in Thailand bei KFC aßen. Ja. bei KFC. Ich habe zuvor in Deutschland glaube ich erst einmal in meinem Leben dort gegessen, da ich generell versuche es zu vermeiden bei Fastfood-Restaurants zu speisen. Aber uns war schon alles egal, wir waren zu lange unterwegs und dort wussten wir was wir bekommen. Zu meiner Verteidigung, es war das einzige Mal, dass wir in Thailand nicht thailändisch aßen.

Gut also am nächsten Morgen wollten wir es dann richtig machen. Erst mal raus aus unserem Viertel. Die erste Sehenswürdigkeit, die wir uns vorgenommen hatten war der „Grand Royal Palace“ und seine umgebene Anlage. Den Weg dorthin konnten wir zudem gleich mit einer Bootsfahrt auf dem Chao Phraya River kombinieren, welcher sich durch Bangkok schlängelt. Hierhin kamen wir mit der Straßenbahn. Doch bevor unser erster Tag richtig losgehen konnte, mussten wir zugleich erst mal eine Pause machen. Es lag wahrscheinlich an meinem leeren Magen kombiniert mit der schwülen, erdrückenden Luft und der Hitze, jedenfalls wurde mir schwindelig. Wir saßen also erst einmal 20 Minuten wie Penner auf der Treppe Richtung Metro und ich versuchte mit ausreichend Wasser meinen Kreislauf zu stabilisieren. Also, erster Tipp hier, nicht ohne Frühstück aus dem Haus gehen!

Die Flussfahrt war spottbillig. Man befand sich mit sehr vielen Einheimischen auf einem eher wenig stabilen Boot, welches von drei „Türstehern“ bewacht wurde (dieser Begriff passte zu den volltättowierten, goldzähnigen aber immer lächelnden Herren), während eine rundliche Frau während der Fahrt die Fahrkarten für 50 Baht verkaufte. Der Fluss war leider sehr dreckig. Er war so trüb und braun und roch auch nicht gerade angenehm. So wundert es mich nicht, dass hier früher bis in die 90er ohne irgend eine Art der Filterung das Abwasser der Stadt in diesen Fluss geleitet und somit jegliches Fisch-Leben darin (zumindest in dem Teil, der durch Bangkok fließt) ausgelöscht wurde. Zudem waren wir am Ende der Regenzeit, wodurch große Wassermassen den Fluss aufgewühlt haben.

 Chao Phraya River

Als wir dann endlich am Rattanakosinviertel anlegten, machten wir uns erst einmal auf die Suche nach etwas zu essen. Direkt an der Anlegestelle mussten wir auch gleich durch einen Markt hindurch und wir kauften uns erst einmal Wasser, frische Mangos und Kokosnüsse. Das ist wohl meine große Leidenschaft, Kokosnusswasser, welches gleich mit einem Strohhalm aus der Nuss getrunken wird. Herrlich erfrischend und gesund. Natürlich war ein bisschen Obst als Frühstück nicht ausreichend, vor allem wenn wir den Tag im Grand Palace verbringen wollten. Und so aßen wir unser erstes thailändisches Gericht, eine Hähnchen-Nudelsuppe. Gestärkt ging es dann endlich los mit unserer Besichtigungstour.

Der Grand Palace ist eine beeindruckende 2,6 km² große Anlage bestehend aus vier Teilen. Man kann viele verschiedene Wats besichtigen, Wandmalereien und Figuren bestaunen und auch Regierungsgebäude finden sich hier. Bekannt ist die Anlage für den Smaragd Buddha (ein grüner Jade-Buddha, er ist gar nicht aus Smaragd), welcher sich im Wat Phra Kaew befindet. Hier sind jedoch keine Fotos erlaubt. Man sollte ich passend kleiden (bedeckte Schultern, langer Rock/Hose) oder leiht sich Kleidung. Ich würde grundsätzlich immer ein Tuch und/oder ein T-Shirt dabei haben, so kann man sich die entsprechende Zeit passend kleiden und braucht keine Sachen zu leihen. Man kann Stunden in dieser Tempelanlage verbringen. Besonders gegen Mittag kommen viele Touristenbusse hier her und es wird sehr voll, es lohnt sich wahrscheinlich früh morgens oder kurz vor Schliessung (15:30) dieser Anlage einen Besuch abzustatten. Günstig ist die Besichtigung nicht gerade, wir haben um die 500 Baht pro Person bezahlt.

Anschließend ging es mit dem Taxi zum Golden Mount/ bzw. Wat Saket, der Tempel des goldenen Berges. Besonders schön ist dieser wegen seiner fantastischen Aussicht über Bangkok. Leider befand sich die Spitze des Wats gerade in der Sanierungsphase, wodurch jedoch der Eintritt für uns wegfiel (dieser ist jedoch nur 20 Baht, also nicht besonders teuer). Die 318 Treppenstufen ziehen sich in Kreisen um den knapp 80 Meter hohen Berg bis an die Spitze. Die Aussicht war wirklich fantastisch hier.

Bangkok
Ein Blick auf Bangkok, fotografiert von der Spitze des Golden Mount/Wat Saket

Unsere letzte Station war die Khao San Road, die beliebteste Touristenstraße Bangkoks. Mir hat sie jetzt nicht sonderlich gefallen. Es war vor allem eins, überteuert und voller betrunkener Touristen. Das kann bestimmt spaßig sein, wenn man hier abends mit einer Gruppe von Freunden unterwegs ist, wir fanden es jetzt aber nicht so berauschend. Naja, wohl etwas was man in Bangkok mal gesehen haben muss. Das war auch schon das Ende unseres ersten, richtigen Tages in Thailand, am nächsten Tag ging es für uns nach Ayutthaya.

Wir verbrachten  noch einen weiteren Tag in Bangkok, unseren letzten Urlaubstag. Wir übernachteten im Stadviertel Silom, welches als Finanzzentrum bekannt ist und gegen Abend zur schicken Ausgehmeile Bangkoks wird. Hier haben wir es uns richtig gut gehen lassen, denn wo kann man sonst für 80€ bzw. 120€ in einem 4-Sterne Hotel mit Rooftoppool, Frühstücksbuffet und Late-Check out nächtigen. Wir kamen gegen 16 Uhr in dem Hotel Amara Bangkok an und sind direkt erst man zum Pool gestürmt, um hier den Sonnenuntergang zu erleben. Es war wirklich sehr schön und zu meiner Verwunderung gar nicht voll. Abends haben wir uns dann Essen aus einem Restaurant mitgenommen und in Bademänteln auf unserem Zimmer gegessen. Es war fantastisch entspannend. Auch am  nächsten Tag haben wir uns gegen Mittag am Pool aufgehalten und Cocktails geschlürft, bevor wir gegen Nachmittag zum größten Einkaufszentrum Bangkoks, dem MBK Center, aufgebrochen sind. Vorbei kamen wir an einer Universität, welche an diesem Abend eine Absolventenzeremonie feierte. Es waren hunderte von Menschen auf den Straßen zu Fuß unterwegs (ungewöhnlich) und überall wurde Essen und Luftballons angeboten. Wir fanden es sehr schön und sind ein bisschen durch das Universitätsgelände geschlendert. Im MBK Center herrschten westlich orientierte Preise und wir haben uns hauptsächlich nur umgeschaut. Alles in allem ein gelungener letzter Tag in Bangkok, bevor wir uns spät abends in das Flugzeug Richtung Heimat setzten.

Ich hoffe euch hat dieser kurze Bericht über zwei Tage Bangkok gefallen 🙂

Weiter ging es am Tag 3 mit dem Besuch von Ayutthayas Tempelanlagen!

Preise:

  • Eine Nacht inklusive Frühstücksbuffet im Amara Bangkok: 80€, mit late Checkout um 18:00 120€
  • unsere ersten 2 Nächte in Bangkok: 40€
  • Eintritt Grand Palace: 500 Baht pro Person
  • Eintrill Golden Mount: wegen Restaurierung um sonst, sonst 20 Baht
  • inmitten von tüchtigen Geschäftsleuten auf dem Weg zum Skytrain umkippen: unbezahlbar

Gut zu wissen:

  • mit dem Boot lassen sich viele Ziele in Bangkok leicht erreichen, der Fluss grenzt östlich an die Viertel Sukhumvit (Geschäftsviertel), Silom (Finanzzentrum), Rattanakosin („altes Bangkok“) und zu einem kleinen Teil an Phahonyothin (Weekend Market, Don Muang Airport) und westlich an Thonburi (Wat Arun). Das ist entspannter als sich durch den zähen Verkehr in einem Taxi zu quälen und geht deutlich schneller und günstiger!
  • wenn ihr Kreislaufprobleme habt, versucht euch langsam an das ungewohnte Klima zu gewöhnen, lauft nie mit leerem Magen los und habt immer genug Wasser dabei.
  • Sucht euch ein gut gelegenes Hostel im alten Bangkok, das ist schöner als weite Strecken fahren und laufen zu müssen um dort hin zu kommen (außer ihr wohnt in einem Luxushotel so wie wir in der letzten Nacht 🙂 )
  • Deckt euch direkt bei der Ankunft mit thailändischem Mückenspray ein, die hier erhältlichen Sachen wirken! Außerdem ist es günstiger die Sachen in Bangkok zu kaufen, als in einem Provinzdorf 🙂
  • Tiegerbalsam! Es gibt nichts besseres gegen einen juckenden Mückenstich
  • nehmt ein Tuch/Sarong bzw. T-Shirt mit, um eure Schultern bedecken zu können. Das ist generell eine gute Idee um sich vor UV-Strahlen bei langen Spaziergängen zu schützen, denn trotz Woken, die kommen durch!
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