Chiang Mai … die Rose des Nordens

Tag 6 – 10

Mit jedem Tag und jedem Reiseziel wurde unser 3-wöchiger Thailandurlaub besser (das änderte sich später leider noch). Wir starteten morgens von Sukhothai und mit dem Bus ging es in das 300 km entfernte Chiang Mai, welche mit ihren über 130.000 Einwohnern die größte Stadt der Nordregion Thailands darstellt und auch Rose des Nordens genannt wird. Passend, wie ich finde. Die Altstadt wird, wie Alt-Sukhothai, durch antike Stadtmauern und einem Wassergraben von den neueren Gebieten der Stadt abgegrenzt. Hier tummeln sich die meisten der 200 buddhistische Wats, es gibt einen Stadtpark und hier haben wir auch geschlafen. Das tolle an der Altstadt war, dass der Verkehr hier gedrosselt wurde, nicht jeder durfte hindurch fahren und die Zugänge wurden von der Polizei bewacht. Hierdurch war es sehr friedlich und still in dem Stadtkern (ich bin mir gerade jedoch nicht sicher, ob das nur am Wochenende gemacht wurde).

Übernachtet haben wir vier Nächte in dem „All in 1 Guesthouse„, welches von einem sehr netten, französischen Mann geführt wurde. Er konnte sogar etwas deutsch sprechen 🙂  Wir haben 700 Baht pro Nacht bezahlt, was für die Lage wirklich unschlagbar günstig war. Auch wenn wir keine einzige Ausflugstour über das Hotel gebucht hatten, wurde uns das in keinster Weise verübelt und unsere Flugtickets hat der Besitzer extra für uns ausgedruckt und aufs Zimmer gebracht. Hier haben wir auch das erste Mal auf unserer Reise Wäsche gewaschen, der Service war wirklich gut und schnell, es war alles sauber und roch frisch. Das Frühstück war ok, leider wie meistens typisch westlich, was ich nicht so toll finde.

Ja, das Zimmer hatte auch seine Mankos, es war nicht 100 % sauber und das Bad war ein typisch thailändisches Bad, in dem die Dusche quasi den gesamten Raum einnahm. Aber wir haben uns trotzdem sehr wohl gefühlt und sowohl zu den Wats wie auch zum berühmten Saturday Night Market konnte man bequem laufen, er befand sich gleich außerhalb der Altstadt.  Der Markt war ein wirkliches Erlebnis! Es gab so viel Essensauswahl, man konnte überall frisch gebratenes Fleisch und gegrillten Fisch, serviert auf Spießen bekommen (hier war ich noch kein Vegetarier), es gab Obst und gepresste Säfte aber auch Souvenirs, Schmuck und Kleidung. Hier holten wir uns auch das erste Mal eine Portion gegrillte Snack-Maden in einer Tüte.

Ich entschied mich auch meine ersten „Elefantenhosen“ zu kaufen, ich weiß, ein typisches Touri-Ding. Die Hosen sind aber auch einfach sehr bequem und luftig, für das Wetter in Asien also wie geschaffen. Ich kaufte mir eine rote, lange Hose und eine kurze Shorts. Zu meinem Beschämen muss ich zugeben, dass ich beide Hosen in Deutschland nicht ein einziges Mal getragen habe, was vor allem daran liegt, dass sie mir etwas zu bunt sind 😀 ich trage eigentlich hauptsächlich schwarz (außer in Urlauben, komischerweise).

Am nächsten Tag schauten wir uns dann Chiang Mai mal etwas genauer an und wir haben uns direkt verliebt. Wir besichtigten den Wat Phra That Doi Suthep und den Wat Chedi Luang, welcher bekannt für seine große Stupa, verziert mit Elefantenstatuen ist. Es gab Buddha-Statuen in unterschiedlichen Formen und eine Wachs-Statue eines Mönchs in einer Vitrine. Vor der habe ich mich erst mal richtig erschreckt, weil sie so lebensecht aussah 😀

Überall in Chiang Mai sieht man auch Mönche rumlaufen, mit denen man sich auch unterhalten kann (wir haben das nicht gemacht, es wird aber immer empfohlen, die Mönche wollen so ihr englisch aufbessern). Nach einer mehrstündigen Besichtigung haben wir uns dann im Nong Buak Hard Public Park ausgeruht, einer kleinen grünen Oase in der Altstadt. Man konnte sich Matten leihen und auf der Wiese entspanne. Ich beobachtete ein paar einheimische Jogger und auch ein Hochzeitsfotoshooting fand gerade statt.

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An diesem Tag haben wir dann auch unsere Touren für die nächsten zwei Tage gebucht, einer Tour zu einem Elephant Sanctuary, dem Elephant Nature Park und eine Trekking Tour mit Mr Poohs Eco Trekking in der Doi Innthanon National Park Region, bei der wir auch die Meo und Karen Stämme besucht haben.

Also los ging es an unserem zweiten Tag in Chiang Mai um 8:00 Richtung Elephant Nature Park. Hier werden Elefanten, welche aus der Gefangenschaft befreit/gekauft wurden, betreut und rehabilitiert. Die Tiere, welche nicht mehr in der Wildnis überleben würden (es gab erblindete Elefanten und Elefanten, die Verletzungen am Rücken oder an den Füßen erlitten haben) wurden hier gepflegt. Auf der Website kann man sich die Geschichte eines jeden durchlesen und auf der Fahrt zu dem Sanctuary, welches sich im Mae Taeng District, um die 60 km von Chiang Mai entfernt befindet, wird ebenfalls nochmal viel über die Entstehung des Parks per Video erklärt. Es ist wirklich eine Schande, dass in Thailand immer noch Elefanten für harte, körperliche Arbeiten und für Unterhaltungsshows missbraucht werden. Auch deswegen würde ich nie eine Tour buchen, bei der man auf den Rücken der Elefanten reitet, es ist einfach nicht richtig!

Und nicht nur Elefanten werden hier umsorgt, es gibt auch Wasserbüffel, welche nach der Flut von 2011 aufgenommen wurden, Katzen und streunende Hunde werden hier gepflegt. Diese kann man auch adoptieren und ein neues Zuhause schenken. Eine tolle Idee, wie ich finde. Die Anlage ist groß und weitläufig. Richtig süß war der junge Elefant, welcher immer hinter seiner Mutter her trabte.

Aber es gibt auch hier negative Sachen. Zum einen werden einfach viel zu viele Hunde auf engem Raum gehalten und zum anderen kann man eine Tour hier her jeden Tag buchen, die wie folgt abläuft: man wird in kleinen Gruppen herumgeführt, kann die Elefanten füttern und besichtigen. Mit zwei von ihnen kann man auch ein Foto machen und sie kurz berühren. Dann gibt es ein Mittagsbuffet (vegetarisch), welches ich vollkommen reichhaltig fand. Anschließend kann man sich auf eigene Faust im Park umsehen, sieht die Elefantenfütterungsstelle (zu der sie gelockt werden, siehe Bild) und danach badet man mit den Elefanten im Fluss, was so viel bedeutet wie sie mit Wasser zu bespritzen. Da das jeden Tag wiederholt wird, heißt das auch, dass die Elefanten das ja auch irgendwie jeden Tag machen müssen. Ich kann nicht genau sagen, wie sie dazu gebracht werden (man hat keine Elefantenhaken gesehen oder so, ich bezweifle auch das irgendwas in dieser Art zum Einsatz kommt und will hier auch nichts in der Art andeuten) aber trotzdem fragt man sich, was die Elefanten zu dieser Routine treibt. Oder mögen sie das einfach? Ich bin kein Experte, ich weiß es nicht. Es ist auf jeden Fall eine deutlich bessere Art die Elefanten zu besuchen, als viele andere Elefantentouren. Der ganztägige Trip war auch nicht gerade günstig mit 2.500 Baht pro Person, um die 65€.  Völlig erschöpft kamen wir dann um ungefähr 17 Uhr wieder an unserem Hotel an.

Den nächsten Tag verbrachten wir dann mit unserer Trekking Tour. Hier waren wir zu sechst, zwei weitere Deutsche und zwei Franzosen waren mit unterwegs. Erst fuhren wir auf einen Markt und kauften Lebensmittel für unsere Mittagspause, welche wir im Dschungel verbringen würden, dann ging es weiter zu einem Dorf, in dem wir auf unseren sehr freundlichen Führer, Mr Pooh, trafen. Er war der eigentliche Guide dieser Tour, die zwei Personen, die mitgelaufen sind, uns abgeholt und zu dem Markt gebracht haben, waren nicht wirklich gesprächig. Es gab im Vorfeld wenige Informationen. Der sympathische Mann mit den prägnaten Zahnlücken war jedoch sehr nett und hat viel erzählt, auch über sich und seine Familie. Die Wanderung empfand ich als angenehm, nicht zu anspruchsvoll, mit Infos zu der Natur und den typischen Tieren des Dschungels. An einem Wasserfall konnte man sich erfrischen und ein Bad  nehmen, wir haben nur die Füße ins Wasser gehalten. Hier wurde eine längere Pause gemacht und das Essen vorbereitet. Es gab selbstgeschnitzes Besteck aus Bambus (den Löffel habe ich immer noch) und serviert wurde alles in Bananenblättern. Das Essen bestand aus Reis, Fischsuppe und Hühnchen sowie verschiedene Saucen. Zum Nachtisch gab es viele verschiedene Früchte. Selbst Max ist satt geworden und das soll schon was heißen! 😀

Immer mit dabei bei unserer Tour waren zwei Hunde, die anscheinend Mr Pooh gehörten, sie spielten und tobten voraus, manchmal musste man jedoch aufpassen, dass sie uns bei bestimmten Situationen nicht den Weg abschnitten. Leider waren sie nicht gut gepflegt, man konnte viele Zecken sehen, generell wird sich um Hunde in Thailand nicht sehr gut gekümmert.

Anschließend ging die Wanderung weiter und wir kamen an Erdbeerfeldern vorbei bis zu einem Dorf. Hier machten wir eine Pause, sprachen mit Dorfbewohnern und schauten uns deren Lebensweise an. Es gab viele kleine Schweine hier, die frei herum liefen (oooohhhhh 🙂 ). Was angenehm an dieser Tour war, wir begegneten keinen anderen Touristen und man versuchte uns auch an keiner Stelle irgend etwas zu verkaufen. Da wir uns auch sehr gut mit den anderen Tourteilnehmern verstanden, war das ein schöner Tag. Erstaunlich ist auch, dass unser Guide den gesamten Weg in Flip-Flops gelaufen ist!

Das einzige, was das ganze noch besser hätte machen können, wären ein bisschen mehr Information auf der doch sehr langen Fahrt (insgesamt 3 Stunden) gewesen, wenn man uns zum Einkauf auf dem Markt mitgenommen und uns mehr über die Esskultur erzählt hätte, gerade auch die der Dörfer, die wir besucht haben. Mr Pooh war toll, die anderen „Guides“ nicht so wirklich.

Als wir endlich abends ankamen, gingen wir noch einen Happen essen und fielen dann erschöpft in unser Bett, denn am nächsten Tag ging es dann per Flugzeug nach Surat Thani! Auf zu den Inseln im Süden!

Gut zu wissen:

  • Hostel pro Nacht : 700 Baht
  • Poohs Nature Trek: 1.200 Baht pro Person
  • Elephant Nature Park: 2.500 Baht pro Person
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